Beiträge

Urlaubsfarben, Lichtwände, Sommerfassaden

VON EINSZUEINS DIGITAL

Urlaubsreif? Fühl mal … FERIENARCHITEKTUR

 

An schönen Orten mit ästhetischer Architektur lässt es sich besonders gut auftanken.
Wir wünschen Ihnen einen Sommer mit Inspiration, Freude, Leichtigkeit!
Ihre Ingenieure für digitale Pläne

 

Fotos von Götz Schneider, moeve architekten, einszueins-Team, Fundstücke

 

Buchwerk: RÄUME die berühren

  VON EINSZUEINS, ANGELA SABO

 

 

„Kultur ist Nachdenken über die Welt, genau hinschauen, Fragen stellen, Zuhören, Begreifen. Kulturelle Arbeit heisst, einem Gedanken oder einer Empfindung Form geben, sie in die Welt setzen als Musik oder Tanz, als Theater oder ARCHITEKTUR, als Literatur, Foto oder Film. Ich liebe diese Dinge, sie sind meine Luft zum Atmen, der Nährboden, aus dem alles wächst, was ich mache.“

Ein lebendiges Gesamtkunstwerk mit Installationen, Bildern, Musik, Film, Lesungen, Bibliothek, Garten hatte Architekt Peter Zumthor zum 20-jährigen Jubiläum des Kunsthauses Bregenz auf vier Geschossen zusammengestellt. Alles was ihn im Schauen, Denken, Lauschen inspiriert und begeistert. Er lud hierfür Kunst- und Kulturschaffende seiner Wahl ein und bat sie u.a. persönlich zum Gespräch. Die geführten Gespräche wurden aufgezeichnet und sind inzwischen in Buchform erschienen: Dear to me. Peter Zumthor im Gespräch.

Was seinem Gegenüber und ihm selbst am Herzen liegt, hat Peter Zumthor in diesen Gesprächen erkundet. Das 18-bändige Werk besteht aus schwarzen Heften in einem Schuber, sehr fein und sinnlich, herausragend gestaltet. Zumthor und seine Gesprächspartner:innen streifen dabei vielfältige Themen. Fragend, lauschend, forschend – und immer sehr persönlich. Mal kulturtheoretisch, mal individuelle Arbeitsweisen beleuchtend, z.B. bei der Frage, wie Gestaltung und Kreation überhaupt entstehen, wie man sich dem Entstehenden nähert und ihm Form verleiht.

Je nach Genre des Künstlers oder der Künstlerin dreht sich der Austausch auch um Definitionen, bspw. von Präsenz und Räumlichkeit. Oder um die Frage, ob es bspw. beim Schreiben oder Malen eine Intelligenz der Hand gibt, oder ob alles aus dem Kopf kommt. Begriffe wie „innere Bewegung“ werden in verschiedenen Dimensionen – zeitlich, räumlich, historisch – betrachtet. Auch Zumthors Thema als Architekt – wie Orte als Speicher der Erinnerung funktionieren – kommt zur Sprache. Beeindruckend beschreibt Fotografin Hélène Binet, wie sie ein Gebäude mit ihrem ganzen Körper und allen Sinnen begeht, um für ihre Architekturfotografien Lichtmomente und Perspektiven zu erspüren, die das Wesen der jeweiligen Architektur zeigen.

Wer sich ins Denken, Schauen, Lauschen versenken kann und tieferes Eintauchen in innere Prozesse, Begriffe und Wirkweisen quer durch Kunst, Musik, Film, Architektur mag, wird beim Lesen seine Freude haben. Es gibt eine Menge Perspektiven zu entdecken. Mehr zum Buchwerk: Dear to Me / Verlag Scheidegger & Spiess 2021 / 18 Hefte in Schuber

„Denken ist eine Linie, Emotionen sind RAUM. Ich liebe das Denken in Bildern. Räume schaffen können, die berühren.“

 

Die Zitate im Beitrag sind von Peter Zumthor.
Foto vom Buch (Schuber): Verlag Scheidegger & Spiess / Foto Veranstaltung: © Miro Kuzmanovic / weitere Fotos: Angela Sabo
Herzlichen Dank an den Verlag Scheidegger & Spiess!

 

 

 

 

Architektur ist, wo du bist – heute: MAROKKO. Urlaubsarchitektur.

VON GÖTZ SCHNEIDER

HOTEL „EL FENN“ IN MARRAKESCH/MAROKKO: Mein Jugendtraum war es, einmal die Sahara zu besuchen. Mit einem befreundeten Architekten habe ich diesen Traum wahr gemacht und auf dem Weg zufällig die vielleicht schönste Übernachtungsmöglichkeit Marrakeschs entdeckt. Das Hotel El Fenn ist ein hervorragendes Beispiel für die Restrukturierung alter Gemäuer zu einem Hotel der Sonderklasse. Ich lade Sie ein, mit mir einzutauchen. Die Fotos sprechen für sich  …

 

Steckbrief Hotel El Fenn:

* 12 miteinander verbundene Riads (traditionelle Innenhofhäuser)

* einige Riads haben nur ein oder zwei Zimmer

* verwinkelter, fast unübersichtlicher Grundriss

* unspektakuläre Aussen-Ansicht mit einfachem Mauerwerk

* 30 Zimmer auf über 2.700 m² in der Altstadt von Marrakesch

* Riad-übergreifende riesige Dachterrasse

* wunderschöne architektonische Details in der gesamten Anlage

 

„Architektur ist, wo du bist“ wirft einen Blick auf Architektur am Wegesrand. Denn Architektur ist allgegenwärtig. Wir bewegen uns tagtäglich in ihr und um sie herum. Wir gestalten Architektur, und gleichermassen gestaltet die Architektur selbst unser Tun und Erleben mit. Manchmal lohnt es sich, stehen zu bleiben und genauer hinzuschauen. Wir sind gespannt, wo wir das nächste Mal fündig werden.

Ihr Götz Schneider

 

Mehr „Architektur ist, wo du bist“:
Wellblech-Architektur auf Island
Paris & Disneyland

 

Ausstellung: Bepflanzte Häuser – GRÜN in der Architektur

VON EINSZUEINS

Bepflanzte Architektur. Unter Architekten und Bauplanern ist das ein heikles Thema. Umso spannender die Ausstellung „EINFACH GRÜN – Greening the City“ im DAM Deutsches Architekturmuseum Frankfurt, die viele – auch kritische – Fragen zu den Herausforderungen und Vorteilen bepflanzter städtischer Architektur beantwortet. Im Fokus stehen Möglichkeiten der  Haus-  und Dachbegrünung im Bestand und Neubau sowie internationale Beispiele für gelungene Grünbauten.

Eine LEBENDIGE Ausstellung:

Das heisst: jede Menge GRÜN in den Ausstellungsräumen. Mannshohe Fotostrecken. Das pflanzenbewachsene Museums-Logo zum Anfassen und Schnuppern. Weltweit haben namhafte Architekturbüros spezifische Abteilungen eingerichtet, die sich auf Gebäudegrün spezialisieren. Vorgestellt werden realisierte GRÜNbauten von Düsseldorf über Mailand bis Singapur, bereits Erprobtes und völlig neue Entwicklungen. Die Ausstellung bezieht Position: Architektur und Bauplanung müssen sich im Hinblick auf Grünflächen weiterentwickeln, Stadtlandschaften mit GRÜN aufgerüstet werden, nicht nur aufgrund ökologischer Aspekte.

Die Schau ist für Befürworter wie Skeptiker gleichermassen interessant. Sie bietet Aha-Erlebnisse, Werte-Verschiebungen, Perspektivwechsel, denn: Vor allem stellt sie sich den häufigsten Fragen und VORBEHALTEN gegenüber bepflanzter Architektur.

DESHALB Gebäudegrün in der Stadt:

„Weil es an der Zeit ist“ heisst es schlicht im Ausstellungstext. In Wohnnähe raus ins Grüne gehen – diese Möglichkeit fehlt vielen Menschen in den Grossstädten. Wohnraum mit Garten oder Balkon ist extrem gefragt. Öffentliche Parks sind seit Corona noch stärker frequentiert. Bodengebundene Grünflächen gibt es in den Innenstädten meist zu wenig. Viele Flächen sind hoch verdichtet bebaut, nahezu „tot“.

Lebendiges GRÜN hilft der Stadtlandschaft auf mehrfache Weise. Es stärkt die Biodiversität, hält die Luft rein und den Lärm raus. Pflanzen im urbanen Raum binden Feinstaub und produzieren Sauerstoff. Vor allem die Überhitzung grosser Städte ist ein Problem, zumal heisse Sommer zunehmend Normalität werden. Innenstädte mit Beton- und Glasfassaden, starker Versiegelung und wenig Wind-Durchlüftung heizen sich stark auf, so dass auch nachts die Temperaturen nicht mehr unter 20 Grad sinken. Studien belegen messbare Verbesserungen des städtischen Mikroklimas bei Luftzirkulation, Beschattung und Wasserhaushalt, sobald neben Parks und Gärten auch Dächer, Fassaden – die Gebäudehüllen – begrünt werden.

Im Grunde ist jeder zusätzliche Quadratmeter GRÜN wertvoll. Begrünung kann Stadtlandschaften in mehrfacher Hinsicht „reparieren“, auch als architektonisches Stilmittel.

Fragen, Fragen, FRAGEN:

Aber zerstören Pflanzen nicht Fassaden und Putze? Ist Begrünung nicht teuer? Und wer soll das pflegen? Wie ökologisch ist die Begrünung an der Gebäudehülle überhaupt, wenn man das Material mit einberechnet? Was kann Gebäudegrün gestalterisch leisten? Worauf muss man achten beim Begrünen von Bestandsgebäuden?

Neben wissenschaftlichen Perspektiven geht es vor allem um technische Möglichkeiten und ganz praktische Fragen. Auch wenn einige Zusammenhänge exemplarisch für Frankfurt erklärt werden – es gibt viel zu lernen und zu staunen. Nicht zuletzt Bäume einmal als „Mieter“ wahrzunehmen, die anstelle von Geld mit Sauerstoff, Ästehtik sowie Lärm- und Feinstaubabsorption „zahlen“. Ein 10-minütiger FILM gibt Einblicke in das Thema und die Ausstellung. Online sind u.a. auch Gespräche mit Fachleuten zu finden. Hier geht es direkt zum Film (youtube).

Empfehlenswert ist das begleitende „Handbuch für Gebäudegrün“. Es richtet sich an die Architekten- und Bauherrenschaft und die gesamte Stadtgesellschaft. Neben den FAQ zum Thema GebäudeGRÜN fasst es viele praxisorientierte Hinweise zur Begrünung von Bestandsgebäuden und Neubauten zusammen, auch einen Exkurs in die Geschichte bepflanzter Architektur, Pflanzenkunde, Ergebnisse aus der Klimaforschung, realisierte Gebäudebegrünungen sowie Erfahrungen von Planern und Architekten.

Jeder kann GRÜN:

Neben aufwändigen Architekturprojekten geht es auch darum, was jeder Einzelne vor der eigenen Haustür oder auf dem eigenen Garagendach machen – also pflanzen – kann. Kräuter, Baumlandschaften und Hängepflanzen statt graues Kiesdach und Betonfassade. Wilder Wein statt weißer Hausgiebel. Die grünen Inseln, meist versteckt in den Hinterhöfen der Stadt, verändern dennoch den Stadtraum positiv – atmosphärisch wie auch klimatisch.

Schon vor Ausstellungbeginn wurde zum Vorstellen grüner Projekte aufgerufen. Zahlreiche Einreichungen von Hausbesitzern, Unternehmen, Architekten, Planern, Landschaftsgärtnern zeigen das weite Spektrum der Möglichkeiten von High-Tech-Lösungen bis Low-Level-Umsetzungen, die unter Einsatz der passenden Mittel ebenso wirksam sind. Nach Frankfurt soll die Ausstellung weiter  wandern und dabei laufend WACHSEN.

 

Informationen und Links zur Ausstellung:
DAM Deutsches Architekturmuseum Frankfurt:
EINFACH GRÜN – Greening the City, zu sehen sobald die Museen wieder öffnen bis 11. Juli 2021

Infos zur Ausstellung, Gespräche und Begleitprogramm (Website des DAM)
Ausstellungs-Video (youtube) anschauen

 

 

Einfach Grün – Greening the City, Handbuch für Gebäudegrün
Herausgegeben von Hilde Strobl, Peter Cachola Schmal und Rudi Scheuermann / Deutsches Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main, 2021 / ISBN 978-3-939114-10-9

 

 

 

Bilder: Beispiele aus dem „Handbuch für Gebäudegrün“ und Ausstellungsfotos (Angela Sabo, Götz Schneider)

 

 

Gemeinschaft bauen – das Hagmann-Areal in Winterthur

VON ANGELA SABO, EINSZUEINS

Wohnen in Gemeinschaft ist ein menschliches Leitmotiv. Statistisch gesehen steigt die Zahl der Zwei- oder Einpersonenhaushalte. Die Erfahrung des Wohnens in Gemeinschaft geht scheinbar zunehmend verloren. Andererseits liegen gemeinschaftliche Wohnprojekte im Trend. Einen Steinwurf entfernt von unserem Winterthurer Büro ist das Hagmann-Areal entstanden. Eine Familie hat dort ihr privates Land genutzt und ein Zuhause für kommende Generationen geschaffen: ein Neubau mit 50 Wohnungen, Gemeinschaftsräumen, Werkstatt, flexibel nutzbaren zumietbaren Zimmern, mit Gewerbe, Aussenflächen zur Begegnung, autoarm. 132 Menschen wohnen und arbeiten hier seit 2018.

Das Besondere am Hagmann-Areal ist die starke persönliche Verwurzelung der Erbengemeinschaft mit ihrem Land und die klare Vision der Bauherren, mit den vorhandenen Mitteln nicht einfach ein schönes luxuriöses Haus zu bauen, dass Einzelbedürfnisse befriedigt – sondern etwas Sinnstiftendes, dass der Gemeinschaft dient. Im Verlag Park Books ist ein ergreifendes, persönliches Buch zum Projekt erschienen: „Gemeinschaft bauen“.

“Hochinteressant und nützlich für Architekten, Planer, Bewohner, die ein ähnliches Gemeinschafts-Wohnprojekt vorhaben. Auch die Grundrisse sind zum Teil aussergewöhnlich, entsprechen nicht der üblichen Wohnraum-Denkweise. Das Buch kann ein prima Motivator und Ideengeber sein.” (Götz Schneider, Architekt/Geschäftsinhaber von einszueins)

Auch die Architektur muss passende Formen, Räume für die gewünschten Inhalte und Nutzungen schaffen. Das Buch erzählt sehr authentisch von den Herausforderungen in einem solch komplexen Projekt, u.a. in Form von Interviews, Gesprächen, Bildstrecken. Es geht um die Geschichte der Familie Hagmann, um kreative und emotionale Findungsprozesse, weiter mit der Planungsphase und einer “Checkliste für NachahmerInnen”, Betrachtungen zur Bauphase und Architektur sowie Porträts und Statements der Menschen, die im Hagmann-Areal leben und arbeiten. Im Anhang finden sich Statistiken, eine Auflistung wichtiger Zahlen, Fakten, Kosten und eine extra Karte mit Grundrissen. Ein sehr menschliches, in Form und Inhalt anspruchsvolles Buch – so wie das Projekt selbst. Die Überbauung des Hagmann-Areals wurde mit dem Architekturpreis Kanton Zürich 2019 ausgezeichnet und gewann einen Gold Award der europäischen Auszeichnung “best architects”.

Ausführliche Informationen: hagmann-areal.ch
Speziell zur Architektur: “best architects” Award 2019 und Architekturpreis Kanton Zürich

 

Das Buch:

Gemeinschaft bauen
Wohnen und Arbeiten auf dem Hagmann-Areal in Winterthur

Herausgegeben von der Familie Hagmann
Mit Beiträgen von Ulrike Ulrich, Karin Salm, Caspar Schärer und Sabine Wolf.
Fotografien von Dominic Büttner, Georg Aerni, Céline Brunko und Eva Linder
Park Books AG
ISBN 978-3-03860-179-1
SFR 39,00 / EUR 34,00

 

 

Herzlichen Dank an Park Books für die Erlaubnis, Fotos aus dem Buch in diesem Beitrag zu zeigen.

 

Ein Stadtmodell, gebaut aus Witz und Emotionen

VON ANGELA SABO, EINSZUEINS

Vermutlich jeder Architekt hat im Studium Modelle mit Gebäuden und Strassenzügen gebaut, stadtplanerisch korrekt und massstabsgerecht. Ganz anders das Frankfurt-Modell im Historischen Museum Frankfurt a.M. (Deutschland) seit 5. Mai wieder offen für Besucher*innen. Es zeigt die Messe- und Bankenstadt Frankfurt so, wie keine Berechnungen und keine Bau-Pläne sie erfassen können: als gefühlte, erlebte Stadt.

Gemeinschaftswerk

Im Sommer 2015 gingen Museumsmitarbeiter*innen direkt zu den Frankfurter*innen auf die Strasse. In 1333 Fragebögen wurden die Bewohner*innen nach ihren Stadtansichten befragt: Es ging um Lieblingsorte, Un-Orte, Orientierungspunkte. Wie lebt es sich in Frankfurt? Was macht die Stadt aus? Die Recherche dauerte 4 Monate. Auf über 70 Quadratmeten Fläche sind das Wissen und die Erfahrungen von Kenner*innen, Liebhaber*innen und Kritiker*innen Frankfurts haptisch und ästhetisch zusammengetragen. Kein normales Architekturmodell zeigt Stadtgesellschaft so lebendig und widersprüchlich wie dieses.

Die Macher

Herman Helle, Künstler aus Rotterdam, hat die „gefühlte Stadt” dann in einem Modell porträtiert. Dazu kommen Geräusche und Videos. Der Künstler selbst kannte Frankfurt nicht. Er folgte den Stimmen, Bildern, Materialien der Stadtbewohner*innen. Besondere Orte, die den Befragten  besonders wichtig erschienen, sind bewusst in einem grösseren Massstab dargestellt. Nur Stadtgrenzen und Topografie sind exakt eingehalten. Am Modell arbeiteten bis zu 12 Künstler*innen täglich über viele Monate.

Recycelte Materialien und Alltagsgegenstände

Viele Geschichten und Erfahrungen sind im Modell durch Anspielungen und Fundstücke wiedergegeben. Ein halbierter Souvenir-Teller mit Rathausmotiv wird zum Römer. Ein Telefonhörer gibt einen Bankenturm. Ein Plexiglasgebilde mit geschredderten Banknoten visualisiert die Geldentwertung, ein Hartgummi-Dachs die Börse. Die Messehallen sind durch Gesellschaftsspiele dargestellt und eine Mausefalle weist auf die Justizvollzuganstalt hin. Dicke rote Seile durchkreuzen das Modell und stehen für Autobahnen und Straßen, die durch Frankfurt verlaufen. Gefärbte Borsten, Pinsel, Klobürsten bilden Frankfurts Stadtwald, Thermometer und alten Tablettenpäckchen den Industriepark in Höchst.

Unbedingt anschauen

Weil das Frankfurt-Modell sinnlich, originell und auch ein bisschen verrückt ist. Einzelne Gebäude sind sehr gut zu erkennen. Über andere rätseln Einheimische genauso wie Stadtfremde. Integrierte Filmstationen erzählen über die “Unterwelt” Frankfurts. Ausserdem ist der Main begehbar. Überdimensional breit lässt der Fluss als “Weg durch das Modell” viel Raum zum Schauen, auch für Familien oder Rollstuhlfahrer. Die Main-Brücken stehen nicht im Weg. Sie schweben über den Köpfen der Besucher.

 

Das Frankfurt-Modell ist Teil der Daueraustellung Frankfurt JETZT!  im Historischen Museum Frankfurt a.M./Deutschland. Seit 5. Mai 2020 kann das Museum Corona-konform wieder besucht werden. Informationen und Öffnungszeiten auf der Museumswebsite.

 

Fotos: Götz Schneider

Architektur der Unendlichkeit, ein Dokumentarfilm

VON ANGELA SABO, EINSZUEINS

Manche Gebäude haben eine ganz besondere Aura, eine Energie, die man schwer beschreiben kann. Solche Bauwerke erkundet Christoph Schaub mit der Kamera. Sakralbauten, Kirchen, aber auch „ungebaute Räume“.

Perfekt zum Eintauchen. Eine schwebende Kamera fängt Proportionen und Licht ein, traumwandlerische Bilder. Sie zeigt, wie Architektur Räume gestaltet , sie erweitert und öffnet. Die Kamera führt den Blick über Denkgrenzen hinaus, in die Weite des Himmels, die Tiefe des Meeres. An Orte, an denen die eigene Unendlichkeit wie auch die Endlichkeit fühlbar werden. Spuren von Spiritualität in der Architektur.

Christoph Schaub ist wohl einer der wichtigsten Schweizer Filmregisseure, vor allem im dokumentarischen Erkunden architektonischer Ausdrucksformen. Seinen neuen Film setzt er in der eigenen Kindheit an, als seine Faszination für sakrale Bauwerke und das Staunen über Anfang und Ende begannen.

Kirchen sind mehr als repräsentative Gotteshäuser. Sie dienen als Schutz vor dem Uferlosen, vermitteln gleichzeitig ein Gefühl von Weite. Sakrale Baukunst lässt Mystik erfühlen. Doch wie muss der Raum architektonisch beschaffen sein, damit das gelingt? Der Film geht diesen Erfahrungen mit Feingefühl, beeindruckenden Bildern und intensiven Gesprächen nach.

Gemeinsam mit den Architekten Peter Zumthor, Peter Märkli und Álvaro Siza Vieira, mit den Kunstschaffenden James Turrell und Cristina Iglesias und dem Schlagzeugvirtuosen Jojo Mayer ergründet Schaub die besondere Magie sakraler Räume. Deren Definition geht im Film weit über kirchliche Bauten hinaus. Die Reise führt durch Baukunst und bildende Kunst bis in die Natur.

Wir finden: sehenswert!

Architektur der Unendlichkeit
Ein Film von Christoph Schaub
Scheidegger & Spiess, Schweiz 2019
DVD mit Begleitbuch in Festeinband, 32 Seiten
Film in Originalfassung mit Untertiteln Deutsch, Englisch und Französisch
Spieldauer ca. 85 Min., farbig

 

 

 

Link zum Verlag: scheidegger-spiess.ch
Abbildungen: aus dem Pressebereich von architekturderunendlichkeit.ch

 

 

2,5D-Pläne: Weder Fisch noch Fleisch?

VON EINSZUEINS

Immer häufiger realisieren wir digitale Bestandspläne in 2,5 D und erhalten Fragen dazu. Deshalb beleuchten wir heute einmal Inhalte, Möglichkeiten und Nutzen von 2,5 D für Architekten, Büros und Planer in diesem extra Beitrag und werfen dabei auch einen Blick auf 2D, 3D und BIM.

Solide Plangrundlagen in 2D

Vor nicht allzu langer Zeit gab es gar keine andere Möglichkeit als Baupläne mit dem Stift auf Papier zu zeichnen. Ganz klassisch, zweidimensional. Das computergestützte Konstruieren im CAD etablierte sich erst zu Beginn der 1990er Jahre in der Baubranche. Eine rasante Entwicklung hin zu neuen Technologien folgte. Die Masse an Bau- und Bestandsplänen liegt jedoch bis heute auf Papier vor, oder Pläne werden in digitale 2D-CAD-Daten übertragen. Für die meisten Bauvorhaben und bestimmte Projektgrößen sind 2D-Pläne als Grundlage nach wie vor ausreichend.

Schwer im Kommen: 3D und BIM

Ohne Frage geht der Trend zu 3D-Planungen. Denn diese ermöglichen es, ein Gebäude räumlich genau mit allen Bauteilen, Wänden, Decken, Türen, Fenstern digital abzubilden. Darüber hinaus lassen sich Massen ermitteln, Materialien und Oberflächen festlegen, Mengen und Kosten berechnen. Ganze Gebäude können bereits in der Entwurfsphase nahezu realistisch nachempfunden werden. Ein 3D-Plan umfasst komplexe Bestandsdaten in einer Datei bis hin zu Gebäudedaten für die spätere Bewirtschaftung. Aktualisierungen können automatisch durch alle Ansichten und Schnitte erfolgen.

Noch mehr Transparenz und Informationsaustausch bietet die Methode des Building Information Modeling, kurz BIM. Dabei werden alle Planungsdaten zentral  auf einem BIM-Sever verwaltet. Verschiedene Nutzerguppen, Hierarchien,  Zugriffsbereiche und Bearbeitungsrechte können definiert werden. Alle am Bau beteiligten Architekten, Planer und ausführende Gewerke können orts- und zeitunabhängig auf die Daten zugreifen, Informationen abrufen und in ihren Leistungsbereichen korrigieren oder aktualisieren. Das geht quasi in Echtzeit mit dem Bau des Gebäudes.

Soweit das Idealbild und technisch bereits möglich. Zumindest in der Theorie.

Warum es mit 3D und BIM noch nicht klappt

Der Sprung zur Bauplanung in 3D und BIM ist noch längst nicht überall vollzogen. Länder wie die USA, Grossbritannien, Italien sind hier die Vorreiter. In Grossbritannien bspw. müssen grosse öffentliche Bauanträge bereits seit 2016 in BIM (Level 2) geplant werden. In der Schweiz hat BAUEN DIGITAL SCHWEIZ den „Stufenplan Schweiz – Digital Planen, Bauen und Betreiben“ (Link zum PDF) entworfen, der internationale Perspektiven aufzeigt und BIM langfristig etablieren soll. Ähnliche Bestrebungen gibt es in Deutschland.

Dass es dennoch ein ganzes Stück Weg bis dorthin ist, hat in der Schweiz wie in Deutschland sicher unterschiedliche Gründe. Wir beobachten, dass viele Architekten und Planer sich die Frage nach dem Nutzen der neuen Technologien stellen. Fachkräfte für die komplexen 3D-Programme stehen in der Masse noch nicht zur Verfügung. Die Anschaffungskosten sind derzeit um ein Vielfaches höher als die für 2D-Programme. Und: Die neuen Planungstechnologien würden die Baubranche stark verändern.

 

In der Schweiz und in Deutschland wird sehr unterschiedliche Planungs-Software genutzt. Wir bei einszueins bspw. liefern CAD-Pläne in bis zu 6 verschiedenen Programmversionen aus. Für das Arbeiten mit BIM müssten idealerweise alle an einem Bau beteiligten Planer und Gewerke mit einer Software arbeiten. Oder es müsste offene Schnittstellen geben, die ein sicheres Arbeiten zwischen den Plattformen ermöglichen. Die funktionieren derzeit noch nicht gut, weiss unser IT-Experte Marcus Hoffmann. „Ausserdem ist der Ressourcenhunger der BIM-Lösungen derzeit einfach noch unzumutbar hoch. Für BIM braucht es enorm viel Speicher und Verwaltungsaufwand. Dieser Aufwand rentiert sich momentan für die Wenigsten“, fasst  er seine Erfahrungen zusammen.

Sinnvolle Zwischenlösung: das Beste aus 2D und 3D

Für viele Architekten, Planungsbüros und angegliederte Projektbeteiligte sind die BIM-Lösungen im Moment daher noch nicht durchführbar. Aber in der Praxis zeigt sich: Immer mehr Architekten und Büros kaufen und nutzen 3D-Software. Um technisch up to date zu sein, um konkurrenzfähig zu bleiben. Diese Entwicklung haben wir bei einszueins aufgegriffen und erstellen auf Nachfrage Bestandspläne direkt per 3D-Software. Hierbei werden Wände, Fenster, Türen und weitere Zeichnungselemente mit entsprechenden Höhen versehen. Auch wenn die Mehrzahl der erstellten Pläne am Ende wie gewohnt als 2D ausgedruckt oder als PDF weitergegeben wird, hat diese Arbeitsweise einige Vorteile gegenüber der reinen 2D-Erstellung.

Die neuen 3D-Programme arbeiten bauteilorientiert. Der Architekt oder Zeichner muss nicht mehr Punkt für Punkt Bauteile selbst konstruieren, Linie für Linie klicken, aneinanderfügen, unterbrechen. Sattdessen kann er automatisierte, intelligente Werkzeuge nutzen. Ganze Bauteilbibliotheken können bei den Herstellern abgerufen werden. Mit wenigen Klicks lässt sich eine komplette Wand erstellen, können darin Öffnungen für Fenster und Türen gesetzt werden und Bauteile wie Treppen ausgewählt und eingefügt werden. Nur Bauteile ausserhalb des Standards müssen nach wie vor selbst konstruiert werden.

Bei einszueins nennen wir diese Arbeitsweise 2,5 D, ein „Mittelding“ zwischen zweidimensionaler und dreidimensionaler Darstellung. Wir sprechen dabei von Datenmodellen, bei denen die Höhe als dritte Dimension nicht vollständig in die Darstellung einbezogen wird. Für die Höhe wird, sofern keine genauen Angaben vorliegen, ein pauschaler Wert eingetragen, bspw. 3 Meter für die Wandhöhe. Einen 2D-Plan von Grund auf mit 3D-Software zu digitalisieren, ist zuerst einmal aufwändiger, da die 3D-Programme sehr komplex sind. Der Vorteil liegt jedoch in den weiteren Bearbeitungs- und Verwendungsmöglichkeiten. Liegt ein Plan erst einmal in 2,5 D vor, so erfüllt er zum Einen alle Anforderungen an gewohnte klassische 2D-Zeichnungen. Zusätzlich stehen für die spätere Weiternutzung alle Möglichkeiten zur Verfügung, die die 3D-Technologie bietet.

 

FAZIT: 2,5 D …

  • bewährt sich in der Praxis als elegante Zwischenlösung von 2D zu 3D

  • ist ein sanfter Einstieg in die 3D-Software

  • macht mit der bauteilorientierten Konstruktionsweise vertraut

  • bietet vor allem für standardisierte Gebäude eine grosse Arbeitserleichterung

  • ermöglicht das Generieren von „Räumen“ inklusive Raumpolygon und Raumstempel oder bspw. das Erfassen von Massen und Kosten

  • ist eine Basis um vollständige 3D-Pläne zu erhalten und vielfältig weiterzunutzen

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit 2D oder 2,5 D oder 3D?  Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Ihre Ingenieure und Architekten von einszueins-digital

 

 

Architektur ist, wo du bist – heute: Paris & Disneyland

VON GÖTZ SCHNEIDER UND ANGELA SABO

Architektur ist allgegenwärtig. Wir bewegen uns tagtäglich in ihr und um sie herum. Meist beiläufig, ohne sie gross zu beachten. Dabei umgibt uns Architektur ständig, und sie gestaltet unser Tun und Erleben mit. Manchmal lohnt es sich, stehen zu bleiben und hinzuschauen, auch wenn es sich gerade nicht um preisgekrönte Baukunst handelt. Uns macht das ziemlich Freude. Wollen Sie sehen, was uns in letzter Zeit beeindruckt hat? 50 ausgewählte Architektur-Momente, die wir Ihnen zeigen möchten, heute: PARIS & DISNEYLAND:

1 Ein untypischer Paris-Kurztrip: das Beiläufige entdecken

2 Ausblick aus dem winzigen DG-Zimmer des Hotel Americano

3 Zwischen den Kuppeln von 2016 und dem Turm von 1889 liegen 127 Jahre Baugeschichte

4 Faszinierend: die massive und grazile Struktur des hallenartigen Baus

5 Blick nach oben

6 Abendlicht im Quartier

7 Viele Pariser Fassaden sind verspielt und detailreich wie diese

8 Architektur oder Gemälde? Die Grenzen verschwimmen

9 Gut 42 Jahre alt und immernoch begehrt

10 Der Architekt war 33 beim Bau

11 Rohrpost in die Zukunft

12 Vogelperspektive ...

13 ... die nie langweilig wird

14 Schlange stehen am Aufzug des Eifelturms

15 Ich war hier

16 Ausgestellte Konstruktionsskizzen ...

17 ... erinnern an die klassische Art, Architekturpläne zu zeichnen

18 Nur ein Name

19 Erst durch unsere Wahrnehmung erhält Architektur Bedeutung

20 Einfach grafisch

21 In der Laterne ist die Morgensonne bereits angekommen

22 Eigentlich nichts Besonderes

23 Vierzig U-Bahnminuten später: Kontrastprogramm!

24 Architektur inspiriert von der Geburtsstadt Walt Disneys

25 Disneyland Paris

26 Ist das überhaupt noch Architektur?

27 Tagsüber sind Gäste unterwegs, nachts das 100 Mann starke Gärtnerteam

28 Das Märchenschloss hat blattvergoldete Turmspitzen

29 Befremdlich und schön zugleich ist der Mix aus Disneyfiguren und sakraler Baukunst

30 Buntglasfenster: von Glasermeistern in original-mittelalterlicher Handwerkskunst gefertigt

31 Zeitreise im Disney-Hotel

32 Auf die Details achten!

33 Der Zugang zum Castle Club gelingt ausschliesslich über das nostalgische Telefon. Keine Deko, sondern ganz bewusst Teil der Magie

34 Die Main Street nutzt das Prinzip der erzwungenen Perspektive, damit alles grösser erscheint

35 Micky-Köpfe verstecken sich in Fliesen, Uhren, Geländern, Türen, Lüftungsöffnungen, auf der Kappe des Duschgels ...

36 In 8 Metern Höhe steigt Dampf aus der Tasse

37 Echte Gaslampen in der Shopping Mall

38 Dieses Bild könnte ebenso gut in einem Dorf vor der Jahrhundertwende aufgenommen sein

39 Neues Dach mit dem Schein alter Patina

40 Der authentische Nachbau verschiedenster Architekturszenen ist beeindruckend

41 Ein Gefühl von Orient

42 Authentische Materialien, Geräusche, Licht ...

43 ... wie auf einem echten Basar

44 Zu nah rangezoomt, doch das Zusammenspiel von Materialien und Farben ist einfach toll

45 Sieht aus wie gemalt

46 Nur wenn man zufällig hoch schaut, sieht man den wunderschönen Himmel über dem Karussell

47 Edle Stoffe

48 Immer wieder schön: der Charme einer Handskizze ...

49 ... vor dem CAD-Zeitalter

50 Architektur ist dort, wo du bist

Wir sind gespannt, wo wir das nächste Mal fündig werden.

Ihre Ingenieure für Digitalisierung

1-2-3 Frühlingsausflüge: Museen und Ausstellungen von Architektur bis Welterbe

VON EINSZUEINS

Frühlingszeit! Strassencafés öffnen, man sieht wieder bunte T-Shirts, und die Kollegen erzählen einander begeistert Ausflugspläne – natürlich mit viel Architektur. Reiselust soll ja ansteckend sein. Unsere Ingenieure und Architekten des deutschen einszueins-Teams haben drei frische Ideen für Sie.

1

Im Kröller-Müller-Museum mit Skulpturengarten kommt wirklich alles Schöne zusammen. Kunst, Architektur, Natur. Am stilvollsten zu entdecken auf einem der weissen Leihfahrräder.

Zu verdanken ist das herrliche Museum einer engagierten Frau,  die ihre Liebe zur modernen Kunst in einem eigenen Museumshaus mit anderen Menschen teilen wollte. Helene Kröller-Müller hat ihren Lebenstraum verwirklicht und gemeinsam mit ihrem Mann zur Eröffnung im Jahr 1938 eine der grössten privaten Kunstsammlungen des 20. Jahrhunderts zusammengetragen. Ihre Nachfolger erweiterten das Museum mehrfach mit neuen Bauten und einem weitläufigen Skulpturengarten mit über 160 Skulpturen bedeutender Künstler. Das am meisten besuchte Museum der Niederlande beherbergt heute u.a. eine der grössten Van-Gogh-Sammlungen der Welt. Darüber hinaus sind Spitzenwerke moderner Meister – von Claude Monet, Pablo Picasso bis Piet Mondriaan – zu sehen, sowie viel beachtete Sonderausstellungen. Der umgebende Park, in dem auch Wildtiere leben, führt die Besucher durch Wälder, Heide, Grasflächen und Sandlandschaften. Die Leihfahrräder stehen kostenlos zur Verfügung.

Wegweiser: Kröller-Müller Museum in Otterlo/Niederlande, ca. 60 Autominuten von Amsterdam, Info und Öffnungszeiten auf krollermuller.nl/de

2

Bei einem Besuch des Weltkulturerbes Völklinger Hütte geht es tief hinein in dunkle Gänge und hoch hinauf über Gichtbühne und Hochöfen. Eine Industrie-Zeitreise hautnah durch Eisen und Stahl.

Einst wurden auf der Gichtbühne in 27 Metern Höhe Rohstoffe in die Hochöfen gefüllt. Heute ist sie in ihrer ganzen Länge begehbar. Weiter geht es auf die Aussichtsplattform der Hochofengruppe und über das Kohlegleis mit der 20 Meter langen Wendelrutsche in die Gebläsehalle hinein. Maschinen-Kolosse aus Eisen und Stahl haben hier den Wind erzeugt, der früher in die Hochöfen eingeblasen wurde. Mehr als 7000 Meter gut beschilderte Wege führen durch die Völklinger Hütte. Picknickplatz an der Granulieranlage und ein toller Blick über Völklingen vom Dach der Erzhalle inklusive. Als Weltkulturerbe steht die Völklinger Hütte in seiner Bedeutung gleichberechtigt neben den ägyptischen Pyramiden oder der Chinesischen Mauer. Der Rundgang durch einen der spannendsten Orte der Welt dauert zwei bis drei Stunden und ist durch Rampen und Aufzüge in weiten Teilen barrierefrei. Ein Besuch lohnt sich allein schon wegen der wechselnden Grossausstellungen auf dem Gelände.

Wegweiser: Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen bei Saarbrücken/Deutschland, Info und Öffnungszeiten auf voelklinger-huette.org

3

Im Arp-Museum kommt festliche Stimmung auf. Vom glamourösen Kulturbahnhof am Rheinufer führt ein rasant ansteigender Tunnel in den luftigen Museumsbau von Richard Meier.

Hier heisst es Augen auf! Denn mit jedem Schritt öffnen sich Lichtstimmungen, neue Einblicke und spektakuläre Ausblicke. An kaum einem Ort kommen Arps Arbeiten so gut zur Geltung wie hier. Unten empfängt der traditionsreiche, klassizistisch erbaute Bahnhof Rolandseck die Besucher. Vierzig Meter oberhalb schmiegt sich der lichtdurchflutete Museums-Neubau in die Natur, seit 2007 Heimat der Arp-Sammlung. Auf vier Ebenen sind hier wechselnde Ausstellungen zu sehen. Im Zentrum steht die Avantgarde-Kunst der beiden Namenspatrone Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp. Im Dialog mit deren Werken zeigen Sonderausstellungen Skulpturen, Installationen und Malereien bedeutender zeitgenössischer Künstler. Durch die geschickten architektonischen und künstlerischen Bezüge spannt das Museum einen weiten Bogen von den Zeiten der Rheinromantik bis in die Moderne. Ein Museumskomplex als Gesamtkunstwerk.

Wegweiser: Arp-Museum, Remagen bei Bonn/Deutschland, Info und Öffnungszeiten auf arpmuseum.org

 

Mit Fotos von Ulrike Liebig, Text: Angela Sabo